02.07.2014

Portrait im neuen deutschland: "Der Unbequeme"

Felix Banaszak (Grüne Jugend) ist neu im Vorstand des Instituts Solidarische Moderne.

Dieses Portrait ist nach meiner Wahl in den Vorstand des Instituts Solidarische im neuen deutschland erschienen.

Felix Banaszak wirbt bei den Grünen schon lange für eine Annäherung an die LINKE. Wie mühselig das ist, stellte der Sprecher der Grünen Jugend vor kurzem beim Blick in eine Zeitung fest. Im »Tagesspiegel« stand, dass Cem Özdemir sich im Bund eine Koalition mit der Linkspartei im Moment nur sehr schwer vorstellen könne. In den vergangenen Monaten seien die Gräben zwischen Grünen und LINKEN tiefer geworden, so der Grünen-Chef. Über den Kurznachrichtendienst Twitter teilte Banaszak daraufhin verärgert mit, dass man »anstatt was von sich vertiefenden Gräben zu faseln, ja auch was zum Zuschütten ebendieser beitragen könnte«. Genau dieses Ziel verfolgt der 24-Jährige im Institut Solidarische Moderne. Er wurde nun neben weiteren Protagonisten aus dem rot-rot-grünen Spektrum in den neuen Vorstand der politischen Denkfabrik gewählt.

In der eigenen Partei gehört der gebürtige Duisburger Banaszak zu den unbequemen Basisgrünen, die sich zuweilen gegen die eigene Parteiführung stellen. Beim Programmparteitag 2013 setzte sich Banszak erfolgreich für einen Antrag ein, der den Stopp des Einsatzes von V-Leuten im Verfassungsschutz forderte. Die Grünen-Spitze war dagegen und unterlag in der Abstimmung.

Unter Beteiligung von Banaszak haben Jugendorganisationen von LINKEN und Grünen zuweilen eng kooperiert. Aus Protest gegen die Extremismusklausel und Beobachtung durch den Verfassungsschutz starteten sie letztes Jahr die Aktion »Ich-bin-linksextrem«. Zudem sieht Banaszak, der Sozial- und Kulturanthropologie studiert, in der Flüchtlings-, Steuer- und Sozialpolitik Anknüpfungspunkte zur LINKEN.

In der Außen- und Europapolitik gibt es hingegen große Unterschiede. Sein Parteikollege, der Realo und Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek, schrieb kürzlich über eine Debatte mit Banaszak: »Die isolationistischen Tendenzen der LINKEN, das Credo zurück zum regulativen Nationalstaat als Schutzwall gegen den neoliberalen Binnenmarkt, diese Überzeichnung lehnen wir ab, da waren Felix und ich uns einig.«

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